BRIEFE

 

 

K. Kolwitz Abschied und Tod 1923

 

DER LETZTE BRIEF
    BERÜHMTER MENSCHEN

 

Der letzte Brief: der königliche aller Briefe. Sein Aroma ist köstlich.
Was sonst in armseliger Verteilung aus Briefen blüht: Genialität des  Denkens, Glaubens Liebens– im letzten Brief wird er zu einer  Synthese.
Sein  Pathos ist unerhört- aber sein Ethos wächst darüber hinaus.
Beide –Pathos und Ethos –werden aufgenommen in die hohe Stimme einer nie zu entwirrenden Mystik.  
Es ist das Schicksal der letzten Takte der neunten Symphonie, die eingehen in die Seligkeit eines metaphysischen Soprans. ....

 

Ilse  Linden/  Der letzte Brief Eine Sammlung letzter Briefe
Herausgegeben von Ilse Linden /Erschienen bei Oesterheld & Co Verlag
Berlin 1919

 

                           

 

 

Karl Friedrich Stellbrink

1894 - 1943

 




schreibt aus dem Hamburger Gefängnis vor dem Urteilsspruch: Nicht grübeln! — glauben! Ich grüße Euch mit dem 2. Kor. 1, 3-12 und Mk. 5, 36. Wem Zeit ist wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit, der ist befreit von allem Leid.

Nach der Verurteilung

O Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne, mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Wahrlich, keiner kann seine Lebensgrenze bestimmen.

Gott aber sei Dank, daß unser Leben in Seiner Hand stehen darf: Er hat's gesagt und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen! 1. Kor. 15, 19 und Joh. II, 25, 26. Etwas später: ... in Deiner Hand steht meine Zeit, laß Du mich nur Barmherzigkeit vor Deinem Throne finden.

Er hat noch niemals was versehn in Seinem Regiment. Nein, was Er tut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'.
Wie schön muß es doch sein, wenn die Tore der Ewigkeit sich öffnen!
 

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Literatur: Du hast mich heimgesucht bei Nacht
Abschiedsbriefe und Aufzeichnungen des Widerstandes 1933 -1945
Herausgegeben von Helmut Golwitzer, Käthe Kuhn, Reinhold Schneider