BRIEFE

 

 

E

Epistel of St Paul with Gloss
c.1150/Oxford

 

 

DER LETZTE BRIEF
    BERÜHMTER MENSCHEN

 

Der letzte Brief: der königliche aller Briefe. Sein Aroma ist köstlich.
Was sonst in armseliger Verteilung aus Briefen blüht: Genialität des  Denkens, Glaubens Liebens– im letzten Brief wird er zu einer  Synthese.
Sein  Pathos ist unerhört- aber sein Ethos wächst darüber hinaus.
Beide –Pathos und Ethos –werden aufgenommen in die hohe Stimme einer nie zu entwirrenden Mystik.  
Es ist das Schicksal der letzten Takte der neunten Symphonie, die eingehen in die Seligkeit eines metaphysischen Soprans. ....

 

Ilse  Linden/  Der letzte Brief Eine Sammlung letzter Briefe
Herausgegeben von Ilse Linden /Erschienen bei Oesterheld & Co Verlag
Berlin 1919

 

                           

 

 

Andersen Hans Christian

1805 - 1875
 

 


Noch einmal will der alte Zugvogel nach dem Süden fliegen. Alles ist vorbereitet. Der junge Collin, Enkel jenes Gönners, der Andersens Dasein wie ein guter Dämon begleitete, ist als Reisebegleiter bestimmt.
Da wirft eine Krankheit den 70-jährigen nieder. Verstört geht er, der nie krank Gewesene, in das Haus von Freunden. Läßt sich verhätscheln und pflegen. Und schläft - ein alter Junggeselle - ruhig und sanft in den Armen einer mütterlichen Freundin ein.

*Er liebte die Gesellschaft junger Männer, und Jonas Collin, Enkel seines Gönners sollte sein Begleiter auf der letzten Reise nach Italien sein. Andersen wurde berühmt durch seine autobiographische Romane und Märchen. Seine Märchen waren nicht nur für Kinder geschrieben, er schrieb sich auch für erwachsene Leser.

Andersen, der einsame Junggeselle, der nie ein richtiges Heim besaß , seinen letzten Atemzug in fremden Armen tun mußte. Seine Krankheit verhinderte die letzte Reise. Als er starb lebte er im Haus eines Freundes.

Der letzte Brief galt dem Freund J. Collins




An Jonas Collin

Rolighed, den 25. Juli 1875

Lieber Freund!

Hab Dank für Deinen Brief, den ich in diesem Augenblick bekommen habe. Noch nie ist mir die Zeit so kurz geworden wie jetzt, und doch quält mich das Unausdenkbare: daß ich vielleicht nicht reisen kann, aber ich will nicht an irgendwelche Hindernisse denken. Ich bitte Dich, zu kommen; ich melde Dir die Minute. Wir sehen uns! Gottes Wille gesche!
Dein treuer, dankbare Freund

H. C. Andersen
 

 

 

 

 

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Dies sind nun also  die letzten Zeilen Werner Fuld Krüger Verlag Erschienen im Krüger Verlag, einem Unternehmen des S. Fischer Verlag GmbH 2007
Kiepenheuer Verlag 1917 Übersetzerin; Else von Hollander