BRIEFE

 

 

 

DER LETZTE BRIEF
    BERÜHMTER MENSCHEN

 

Der letzte Brief: der königliche aller Briefe. Sein Aroma ist köstlich.
Was sonst in armseliger Verteilung aus Briefen blüht: Genialität des  Denkens, Glaubens Liebens– im letzten Brief wird er zu einer  Synthese.
Sein  Pathos ist unerhört- aber sein Ethos wächst darüber hinaus.
Beide –Pathos und Ethos –werden aufgenommen in die hohe Stimme einer nie zu entwirrenden Mystik.  
Es ist das Schicksal der letzten Takte der neunten Symphonie, die eingehen in die Seligkeit eines metaphysischen Soprans. ....

 

Ilse  Linden/  Der letzte Brief Eine Sammlung letzter Briefe
Herausgegeben von Ilse Linden /Erschienen bei Oesterheld & Co Verlag
Berlin 1919

 

                           

 

 


VERDI GIUSEPPE

1813 - 1901

 


An Giuseppe de Amicis Anfangs Januar 1901

 

Wenn mir auch die Ärzte sagen, daß ich nicht krank bin - ich spüre doch, wie mich alles müde macht; ich kann nicht mehr lesen, nicht schreiben, die Augen versagen, das Gefühl läßt nach und gar die Beine wollen mich nicht mehr tragen. Ich lebe nicht, ich vegetiere nur eben. Was soll ich auf dieser Welt!

An Sauchon Mailand 17. Januar 1901

Mein lieber Herr Sauchon,

Ich habe den Scheck über 269180 Lire für meine Tantieme bis 1900 erhalten. Nehmen Sie meinen Dank und meine Empfehlungen entgegen. G. Verdi





 

 

Startseite
Verzeichnis
_
________________________
______________________________
Giuseppe Verdi Briefe Herausgegeben und Eingeleitet von Franz Werfel übersetzt von Paul Stefan

Paul Zsolnay Verlag Berlin Wien Leipzig 1926